Sie sind hier: Home » Ulmer Geschichte » Ulm Hbf: 1867 bis1891 Teil III

Ulmer Wappen


Geschichte der Planung und Inbetriebnahme des Ulmer Hauptbahnhofs ab 1867–1891: Erste und zweite Ausbauphase (7a)

Teil III

1867 wurde mit dem Beginn der bis 1880 dauernden ersten Ausbauphase das Bahnhofsgebäude umgebaut. Dabei wurden gusseiserne Arkaden und Eckpavillons angebaut, wodurch das Gebäude nun 75,2 Meter lang und 13,7 Meter breit war, und zwischen 1872 und 1874 wurde eine eiserne, zweischiffige Bahnsteighalle eingerichtet. (11) Am 25. März 1867 wurde der Bau der Donautalbahn nach Blaubeuren begonnen, wofür der Festungswall am Kienlesberg durchbrochen werden musste. Am 2. August 1868 wurde die Donautalbahn bis Blaubeuren feierlich eröffnet, 1869 folgte die Verlängerung nach Ehingen (Donau), 1870 nach Scheer an der Grenze zu den Hohenzollernschen Landen, und 1873 konnte schließlich der Abschnitt Scheer - Sigmaringen fertiggestellt werden. 1874 fuhren täglich von Ulm nach Stuttgart sechs Züge, von Stuttgart nach Ulm sieben Züge, zwischen Ulm und Friedrichshafen fünf Zugpaare, zwischen Ulm und Augsburg sechs Zugpaare, zwischen Ulm und Kempten vier Zugpaare, sowie zwischen Ulm und Blaubeuren fünf Zugpaare. Von 1868 bis 1871 wurde das Bahnbetriebswerk, das sich bisher westlich der Bahnsteige befunden hatte, nach Norden in das Bogendreieck zwischen Donautalbahn und Filstalbahn verlegt.

Am 25. Juni 1875 erfolgte die erste Probefahrt auf der neu errichteten Brenzbahn von Aalen über Heidenheim nach Ulm, die daraufhin am 5. Januar 1876 eröffnet wurde. Eine frühere Eröffnung war aufgrund der Brenzbahnklausel vom 21. Februar 1861 nicht möglich, in der sich Württemberg verpflichtete, zwölf Jahre lang keine Schienenverbindung zwischen der Bahnstrecke Stuttgart - Nördlingen (Remsbahn/Riesbahn) und Ulm einzurichten, da sonst die württembergische Strecke von Nördlingen zum Bodensee kürzer wäre als die bayerische Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Am 24. Januar 1877 wurde der den Bahnhof überquerende Bahnhofsteg beim Hotel Zum Russischen Hof fertiggestellt, dessen Bauarbeiten im Juli 1875 begonnen hatten. Im August 1877 wurde die im Norden des Bahnhofs über die Gleise führende Blaubeurer-Tor-Brücke eröffnet, die den bisherigen schienengleichen Übergang der Karlstraße ersetzte. Die Fahrbrücke war eine Eisenfachwerkbrücke, 225,6 Meter lang und zehn Meter breit. Im Oktober 1986 wurde sie abgerissen und durch die am 26. Oktober 1989 eröffnete Ludwig-Erhard-Brücke ersetzt. 1879 wurde das neben dem Bahnhof liegende Postgebäude umgebaut und erweitert. Am 20. September 1886 wurde mit dem Haltepunkt Ulm Stuttgarter Tor nördlich der Innenstadt an der Brenzbahn, der heute Ulm Ost heißt, eine weitere Station im Ulmer Stadtgebiet eröffnet.

1888 begann die zweite Ausbauphase, die bis 1891 andauerte und für die 2.600.000 Reichsmark ausgegeben wurden. 1888 wurden im Nordosten des Bahnhofs Ulm die noch heute existierende Abstellgruppe Ost zwischen der Wilhelmstraße und der Filstalbahn eröffnet. Am 26. März 1889 wurde die elektrische Beleuchtung am Bahnhof in Betrieb genommen, die durch ein mit Dampfmaschinen betriebenes, bahneigenes Elektrizitätswerk an der Schillerstraße mit Strom versorgt wurde. Von 1889 bis 1890 wurde das Empfangsgebäude erneut umgebaut. Die gusseisernen Arkaden wurden durch eine 42 Meter lange und acht Meter breite Vorhalle ersetzt, die für die Fahrkartenschalter genutzt wurde. Im Jahr 1891 wurde die Bahnsteigunterführung errichtet, die die bisherigen schienengleichen Übergänge ersetzte. In diesem Jahr besaß der Bahnhof Ulm nach dem Ende der zweiten Ausbauphase 22 Gleise, von denen vier dem Reiseverkehr, fünf dem Güterverkehr und 13 dem Rangierverkehr dienten. (16)(17)

Weiter zu Teil IV von 1891 bis 1913




Ihre Meinung, Vorschläge oder Kritik


E-Mail-Adresse eingeben falls Antwort erwünscht


Sicherheitscode: