Sie sind hier: Home » Ulmer Geschichte » Ulm - Hbf: 1949-1981 Teil VII

Ulmer Wappen

Geschichte des Ulmer Hauptbahnhofs ab 1949–1981: Neubau und Erweiterungen des Empfangsgebäudes. (7a)

Teil VII

Am 7. September 1949 wurde die Deutsche Bundesbahn als Nachfolgerin der Deutschen Reichsbahn für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Im Oktober 1949 wurden bei der 1945 errichteten Behelfsbrücke über die Donau die bisherigen Holzträger durch Stahlträger ersetzt. Am 7. November 1950 wurde das neue Bundesbahnhotel mit 130 Räumen, das von der Ulmer Bevölkerung den Spitznamen Bubaho erhielt, nach einer Bauzeit von 18 Monaten eröffnet. 1950 wurden am Ulmer Hauptbahnhof 1,16 Millionen Fahrkarten verkauft. Am 6. April 1951 wurde im Ulmer Hauptbahnhof eine Rangierfunkanlage in Betrieb genommen. Am 21. März 1952 wurde ein Railroad Transportation Office für die US-Soldaten eingerichtet. Im Dezember 1952 erfolgte der Abriss der Bahnhofsbaracken, um an dieser Stelle mit dem Neubau des Bahnhofsgebäudes beginnen zu können. Am 19. Dezember 1953 konnten die Bundesbahnmitarbeiter das neue Empfangsgebäude beziehen. Im Jahr 1955 wurden die Güterabfertigung und die Stückgut-Umladeanlage wiederaufgebaut. Am 16. Mai 1955 konnte das neue Hauptpostamt am Bahnhofplatz, dessen Bau am 6. Oktober 1952 begonnen hatte, eröffnet werden und am 9. Juli 1955 wurde der am 5. August 1954 begonnene Neubau des Bahnhofstegs fertiggestellt. Nachdem der Ungarnaufstand niedergeschlagen worden war, wurde der Bahnhof ab dem 30. November 1956 über mehrere Wochen von Zügen mit ungarischen Flüchtlingen durchfahren. Am 31. Oktober 1957 wurde der Neubau der Eisenbahnbrücke über die Donau, der am 24. November 1955 begonnen worden war, eröffnet. Die Donaubrücke gehörte zu diesem Zeitpunkt mit 160 Zügen pro Tag zu den meistbefahrenen Brücken Süddeutschlands.

Im April 1959 wurde der 1947 errichtete Behelfsbau der Bahnhofhotel-Gaststätte abgerissen, da diese durch das Bundesbahnhotel ersetzt worden war. Am 28. Juli 1960 fasste der Ulmer Gemeinderat den Beschluss zum Bau einer Straßenunterführung im Süden des Ulmer Bahnhofs (Ehinger-Tor-Unterführung) und zum Neubau der etwas weiter südlich gelegenen Zinglerbrücke. Zum 13. Oktober 1962 wurde der Ulmer Postbahnhof eröffnet. Am 11. Januar 1964 begann der Endausbau des Empfangsgebäudes, (11) wobei die Erweiterung des Nordflügels zwei Jahre dauern sollte. Allerdings wurden die Bauarbeiten im April aufgrund finanzieller und statischer Probleme wieder eingestellt. Nachdem der im Süden des Bahnhofsgebäudes liegende Zentrale Omnibusbahnhof Ulm am 22. Dezember 1961 provisorisch in Betrieb genommen worden war, konnte er im September 1964 endgültig fertiggestellt werden. Wegen seiner hohen Verkehrsdichte wurde der Ulmer Hauptbahnhof am 1. Juli 1966 in die höchste Rangklasse 1 der Deutschen Bundesbahn eingeordnet. Im Dezember 1966 wurde das Innere des Empfangsgebäudes renoviert. Am 22. September 1966 wurde südlich des Bahnhofs die von der Neuen Straße durchfahrene Ehinger-Tor-Unterführung, deren Bau im November 1964 begonnen worden war, im Rohbau fertiggestellt. Ab dem 22. Mai 1967 benutzte die Ulmer Straßenbahn, die bisher über die Zinglerbrücke fuhr, die Unterführung und am 29. Mai 1967 wurde sie für den Straßenverkehr freigegeben. (28)

Im Januar 1968 wurde die alte Zinglerbrücke im Süden des Hauptbahnhofs abgebrochen, sodass am 5. Dezember 1968 die neue Zinglerbrücke eröffnet werden konnte. Im September 1969 wurden die 1964 eingestellten Erweiterungsarbeiten am Nordflügel des Empfangsgebäudes wiederaufgenommen, jedoch am 7. Mai 1971 erneut wegen finanzieller Probleme eingestellt. Im Juni 1970 wurden die nicht mehr benötigten Baracken für die Abfertigung des Reisegepäcks abgerissen. Nachdem am 26. August 1969 die Bauarbeiten für eine Fußgängerunterführung unter dem Bahnhofplatzes begonnen hatten, wofür die unter dem Hauptbahnhof verdolt hindurchführende Kleine Blau verlegt werden musste, wurden im Oktober 1970 die Überreste von Befestigungsanlagen aus dem 14. und 16. Jahrhundert entdeckt. Am 21. Dezember 1970 konnte die Unterführung, die den Hauptbahnhof mit der Innenstadt und der Straßenbahn- und Bushaltestelle verbindet, eröffnet werden.

Am 18. August 1971 begann die Aufstockung des Bahnhofsgebäudes, um die Bettenanzahl des Bundesbahnhotels für die in München stattfindenden Olympischen Sommerspiele 1972 zu vergrößern. Diese wurde am 7. Juli 1972 abgeschlossen. Im September 1971 wurden die Bauarbeiten am Nordteil des Empfangsgebäudes aufgrund von Beschwerden der Eisenbahner-Gewerkschaft erneut wiederaufgenommen und im Februar 1973 konnte der Nordflügel fertiggestellt werden. (11) Am 1. Mai 1973 wurden die Bahnsteigsperren abgeschafft. Am 16. Mai 1976 fuhr um 11:15 der letzte mit einer Dampflokomotive bespannte Personenzug nach Sigmaringen am Hauptbahnhof Ulm ab. Im Februar 1978 wurden die Bahnsteige 1 bis 3 von 38 Zentimetern auf 76 Zentimeter erhöht, der Bahnsteig 3 auf 320 Meter verlängert und ein vierter Bahnsteig errichtet, wofür die Bahnsteigunterführung verlängert werden musste. (11)

Bis zum 12. Oktober 1981 modernisierte die Deutsche Bundesbahn die Filstalbahn Stuttgart–Ulm und nahm auf ihr durchgehend den Gleiswechselbetrieb auf. (29)



Ihre Meinung, Vorschläge oder Kritik


E-Mail-Adresse eingeben falls Antwort erwünscht


Sicherheitscode: