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Robert Scholl (1945-1948)
Robert Scholl* 13. April 1891 in Steinbrück, Gemeinde Geißelhardt; † 25. Oktober 1973 in Stuttgart
 
Der erste Oberbürgermeister nach 1945 war Robert Scholl. In seine Amtszeit (1945-1948) fiel die Wiederherstellung von Infrastruktur und Versorgung und ein intaktes Gemeinwesen. Dies gelang ihm aufs Beste. Als er nach der Wahlniederlage 1948 sein Amt an Theodor Pfizer übergab, waren die Versorgung sichergestellt sowie die Trümmer auf den Straßen beseitigt.
 
 
Lebensweg Robert Scholl (7)
 
Robert Scholl (* 13. April 1891 in Steinbrück, Gemeinde Geißelhardt; † 25. Oktober 1973 in Stuttgart) war ein württembergischer Politiker. Er war der Vater von Hans und Sophie Scholl.
Robert Scholl besuchte nach der Mittleren Reife die Württembergische Verwaltungsfachschule in Stuttgart. Im Ersten Weltkrieg war er Infanterist und Sanitätssoldat. 1916 heiratete er die Krankenschwester Magdalene Müller (1881–1958) und hatte mit ihr sechs Kinder: Inge (1917–1998), Hans (1918–1943), Elisabeth (* 1920), Sophie (1921–1943), Werner (1922–1944) und Thilde (1925–1926). 1917 wurde Robert Scholl in Ingersheim an der Jagst Bürgermeister und 1920 in Forchtenberg. 1930 übernahm er die Leitung der Handwerkskammer in Stuttgart. Deshalb zogen die Scholls nach Ludwigsburg um.
Im Jahr 1932 zog die Familie Scholl nach Ulm, wo Robert Scholl eine Kanzlei als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater betrieb. In Ulm verbrachten die Kinder der Scholls ihre Jugendzeit.
Der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) stand der liberal gesinnte Robert Scholl ablehnend gegenüber, hatte aber anfangs Probleme damit, seinen noch von den Nationalsozialisten begeisterten Kindern seinen Standpunkt zu vermitteln. Im Jahr 1942 wurde Robert Scholl wegen kritischer Äußerungen über Adolf Hitler, den er als „Geißel Gottes“ bezeichnet hatte, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt und mit einem Berufsverbot belegt. Nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl am 22. Februar 1943 verschlimmerte sich die Situation der Familie noch mehr. Im Mai 1943 wurde Robert Scholl wegen Hörens ausländischer Sender zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Robert Scholl vom Juni 1945 bis 1948 Oberbürgermeister der Stadt Ulm. In dieser Funktion gehörte er auch der Vorläufigen Volksvertretung für Württemberg-Baden an. In den 1950er Jahren begründete Robert Scholl zusammen mit dem späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann die Gesamtdeutsche Volkspartei. Sein weiteres Leben widmete er der Bewahrung des geistigen Vermächtnisses seiner beiden im Dritten Reich hingerichteten Kinder.


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